Solarthermieanlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung
Eine Solarthermieanlage wandelt Sonnenstrahlung direkt in Wärme um. Diese Wärme lässt sich für Warmwasser und zur Unterstützung der Heizung nutzen. Voraussetzungen sind eine geeignete Dachfläche, ausreichend Speicherplatz und eine Heiztechnik, in die sich das System sinnvoll einbinden lässt.
Im Unterschied zur Photovoltaik erzeugt Solarthermie keinen Strom. Die Kollektoren erwärmen eine Solarflüssigkeit, die die aufgenommene Wärme zum Speicher transportiert. Welche Komponenten dafür erforderlich sind, hängt vor allem vom Wärmebedarf, der verfügbaren Fläche und der gewünschten Nutzung ab.
Wie funktioniert eine Solarthermieanlage?
Die Kollektoren auf dem Dach nehmen Sonnenstrahlung auf und erwärmen das Wärmeträgermedium im Solarkreis. Eine Pumpe transportiert die erwärmte Flüssigkeit zum Speicher. Dort überträgt ein Wärmetauscher die Wärme auf das Trink- oder Heizungswasser.
Zu einer Anlage gehören in der Regel Kollektoren, Solarstation und Regelung, ein Ausdehnungsgefäß, Rohrleitungen mit Solarflüssigkeit sowie ein geeigneter Speicher. Die Regelung vergleicht die Temperaturen an Kollektor und Speicher. Steht ausreichend nutzbare Wärme zur Verfügung, schaltet sie die Pumpe ein.
Für viele Gebäude eignet sich eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung, weil Warmwasser ganzjährig benötigt wird. Soll zusätzlich die Heizung unterstützt werden, müssen Kollektorfläche, Speicher und vorhandenes Heizsystem entsprechend ausgelegt werden.
Solarthermieanlage mit Speicher richtig auslegen
Kollektorfläche und Speichervolumen müssen zueinander passen. Ein zu kleiner Speicher kann die an sonnigen Tagen verfügbare Wärme nicht vollständig aufnehmen. Ein unnötig grosser Speicher benötigt dagegen mehr Platz und kann dazu führen, dass das gewünschte Temperaturniveau seltener allein durch Solarwärme erreicht wird.
Für die reine Warmwasserbereitung kommen häufig bivalente Trinkwasserspeicher infrage. Bei zusätzlicher Heizungsunterstützung werden je nach Anlagenkonzept auch Puffer- oder Kombispeicher eingesetzt. Niedrige Vorlauftemperaturen sind dabei günstig, weil bereits geringere Temperaturen für die Raumheizung genutzt werden können.
Wenn Sie Solarthermie in ein bestehendes Gebäude integrieren möchten, prüfen Sie vor der Auswahl der Komponenten:
- Dachfläche: Ausrichtung, Neigung und mögliche Verschattung beeinflussen den möglichen Ertrag.
- Speicherplatz: Speicher, Solarstation und Armaturen benötigen ausreichend Raum und müssen für Wartungsarbeiten erreichbar bleiben.
- Heizsystem: Hydraulik, Regelung und Sicherheitskomponenten müssen zur vorhandenen Technik passen.
Welche Komponenten für Ihre Solarthermieanlage wichtig sind
Für die Auswahl zählt nicht nur die Grösse der Anlage. Entscheidend ist, welche Aufgabe die einzelnen Komponenten übernehmen und wie sie zusammenspielen. Flach- und Vakuumröhrenkollektoren unterscheiden sich ebenso wie Speicherlösungen, Solarstationen und Regelungen.
| Komponente | Aufgabe | Worauf Sie achten sollten |
| Flachkollektoren | Gewinnen Wärme aus Sonnenstrahlung | Geeignet bei ausreichend Montagefläche und passenden Dachbedingungen |
| Vakuumröhrenkollektoren | Nutzen Sonnenwärme auf vergleichsweise kompakter Fläche | Vor allem bei begrenzter Fläche oder höheren benötigten Temperaturen interessant |
| Solarstation und Regelung | Steuern den Wärmetransport zwischen Kollektoren und Speicher | Volumenstrom, Pumpe und Regelung auf das Gesamtsystem abstimmen |
| Speicher mit Wärmetauscher | Speichert die gewonnene Wärme zur späteren Nutzung | Speichervolumen nach Bedarf und Kollektorfläche auswählen |
Ein Solarthermie-Komplettset eignet sich, wenn Dachfläche, Speichergrösse und Wärmebedarf bereits feststehen und die enthaltenen Bauteile aufeinander abgestimmt sind. Bei komplexeren Heizsystemen sollten Kollektoren, Speicher, Regelung und weitere Komponenten individuell zusammengestellt werden.
Welche Kollektorart eignet sich für welchen Einsatz?
Flachkollektoren sind eine verbreitete Lösung für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Sie benötigen ausreichend Montagefläche und lassen sich bei geeigneten Dachbedingungen in viele Anlagenkonzepte integrieren.
Vakuumröhrenkollektoren benötigen bei vergleichbarer Aufgabenstellung häufig weniger Fläche und erreichen auch bei höheren erforderlichen Temperaturen gute Wirkungsgrade. Ob dieser Vorteil den höheren technischen und finanziellen Aufwand rechtfertigt, hängt vom Gebäude und vom geplanten Einsatz ab.
Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein anhand der Kollektorbauart fallen. Dachfläche, Ausrichtung, benötigtes Temperaturniveau und verfügbare Speichergrösse sind ebenso relevant.
Kosten einer Solarthermieanlage realistisch einordnen
Die Gesamtkosten hängen von Kollektorart, Speicher, Montageaufwand und der Einbindung in die vorhandene Heizung ab. Eine Anlage für Warmwasser ist meist weniger aufwendig als ein System, das zusätzlich die Raumheizung unterstützt.
Zum Kaufpreis kommen Montage, Leitungsdämmung und Inbetriebnahme hinzu. Für die Gesamtkosten ist daher auch entscheidend, wie aufwendig die neue Technik mit dem bestehenden Heizsystem verbunden werden muss.
Für solarthermische Anlagen können Fördermöglichkeiten bestehen. Programme und Bedingungen ändern sich jedoch. Prüfen Sie deshalb vor der Beauftragung, welche Förderung für Ihr Vorhaben aktuell verfügbar ist und zu welchem Zeitpunkt ein Antrag gestellt werden muss.
Solarthermie im Winter
In den Wintermonaten fällt der Ertrag geringer aus als im Frühjahr und Sommer. Kürzere Tage, ein niedriger Sonnenstand und häufigere Bewölkung begrenzen die verfügbare Energie.
Solarthermie ersetzt deshalb in der Regel keine vollständige Gebäudeheizung. Sie ergänzt den vorhandenen Wärmeerzeuger und liefert Wärme, sobald Einstrahlung und Temperaturunterschied zwischen Kollektoren und Speicher ausreichen.
Wartung und Betrieb einer Solarthermieanlage
Bei der Wartung werden unter anderem Anlagendruck, Frostschutz, Solarflüssigkeit, Dichtheit, Pumpe, Regelung und Speicheranschlüsse kontrolliert. Auffällige Temperatur- oder Ertragswerte können auf Probleme mit Sensoren, Volumenstrom oder Wärmeübertragung hinweisen.
Das Entlüften des Solarkreises gehört nach der Befüllung, nach Arbeiten an der Anlage oder bei entsprechenden Störungen in Fachhände. Gut erreichbare Armaturen und ausreichend Platz rund um Solarstation und Speicher erleichtern spätere Kontrollen und Wartungsarbeiten.
Solarthermie-Komponenten passend auswählen
Für die Auswahl kommt es darauf an, welchen Wärmebedarf die Anlage decken soll. Eine Lösung für Warmwasser stellt andere Anforderungen an Kollektorfläche und Speicher als ein System mit zusätzlicher Heizungsunterstützung.
Hofius führt regenerative Energien neben dem Schwimmbadbau als eigenen Geschäftsbereich. Weitere Informationen finden Sie unter regenerative Energien bei Hofius. Für eine konkrete Anfrage nutzen Sie das Kontaktformular von Hofius. Technische Rückfragen können Sie über den Support von Hofius stellen.
Häufige Fragen zur Solarthermieanlage
Ist eine Solarthermieanlage heute noch sinnvoll?
Solarthermie eignet sich weiterhin für Gebäude mit regelmässigem Wärmebedarf, passender Dachfläche und ausreichend Speicherplatz. Besonders für die Warmwasserbereitung lässt sich Sonnenwärme über weite Teile des Jahres nutzen. Ob die Technik wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von Gebäude, Verbrauch und bestehendem Heizsystem ab.
Was kostet eine Solarthermieanlage mit Einbau?
Die Kosten unterscheiden sich je nach Kollektorfläche, Speichergrösse und Montageaufwand. Auch notwendige Änderungen an der vorhandenen Heizung beeinflussen den Gesamtpreis. Ein konkretes Angebot sollte deshalb Material, Montage und Inbetriebnahme getrennt ausweisen.
Welche Nachteile hat Solarthermie?
Der Ertrag hängt von Sonneneinstrahlung und Jahreszeit ab. Zusätzlich benötigt die Anlage Fläche für die Kollektoren, Platz für den Speicher und eine passende hydraulische Einbindung. Bei ungünstigen Dachbedingungen oder geringem Wärmebedarf können andere Lösungen besser geeignet sein.
Wie oft sollte eine Solarthermieanlage gewartet werden?
Die Wartungsintervalle richten sich nach Anlage, Komponenten und Herstellervorgaben. Kontrolliert werden unter anderem Druck, Frostschutz, Solarflüssigkeit, Pumpe, Regelung und Dichtheit. Bei auffälligen Ertragsverlusten oder Störungen sollte die Anlage unabhängig vom üblichen Wartungsrhythmus geprüft werden.
Kann Solarthermie Warmwasser und Heizung unterstützen?
Ja. Für die Warmwasserbereitung genügt meist eine kleinere Auslegung. Soll die Anlage zusätzlich die Raumheizung unterstützen, müssen Kollektorfläche, Speicher und Heizsystem entsprechend dimensioniert und aufeinander abgestimmt werden.